Waldmeister

(Asperula odorata)

blüht von Ende April bis in den Juni. Er vertrieb – angeblich – die Hexen! Kühe, die nicht fressen wollten, kurierte man mit einer Handvoll Waldmeister, der mit Salz gewürzt war. Als Heilpflanze wirkt er krampflösend. Wenn Sie in einer warmen Maiennacht vor Unruhe mal nicht schlafen können, schütten Sie sich eine Tasse Waldmeistertee aus dem Kraut auf. Im „Mottenkissen“ vertreibt diese Pflanze wesentlich wohlriechender als Mottenkugeln die Tierchen. Wenn Waldmeister besonders stark duftet, steht Regen bevor – das ist oft eine sicherere Wettervorhersage als die Fernseh-Wetternachrichten.

Verwendung in der Küche: Auch heute noch entfaltet er getrocknet wirkungsvoll in der schon 854 von einem Benediktinermönch erwähnten Waldmeisterbowle seinen Zauber (die Stiele sollten die Bowle dabei nicht berühren)! Wenn die Blüten erscheinen, sollte die Ernte allerdings abgeschlossen sein, weil sonst der Cumerin-Gehalt zu hoch ist! Denn VORSICHT: Waldmeister enthält Cumarin-Glykosid und kann somit in großer Menge genossen zu Kopfschmerzen, Benommenheit und Schwindel führen. Vor allem dann, wenn man ihn zu lange im Wein ziehen lässt. Die darin enthaltene Menge ist jedoch so gering, dass er nach neuesten Erkenntnisssen nicht krebserregend ist. Nehmen Sie deshalb nicht mehr als 3 Pflanzen pro 1 Liter Bowle!

Waldmeister als Bodendecker: Unter Sträuchern und Bäumen (vielleicht unter einer „Baumbank“?) ist eine Unterpflanzung mit Waldmeister gut möglich. Als frischer Teppich breitet auch er sich so dicht aus, dass unter Laubbäumen (die ihm das notwendige Licht gönnen, das er braucht, und den lockeren, humosen und feuchten Boden) das vorjährige braune Laub fast verschwindet. Der angenehme Duft geht auf das Konto von Cumarin; in kurzer Zeit entwickelt die Pflanze so viel davon, dass man durch den aromatischen Duft angelockt wird. Dabei verträgt die immergrüne Pflanze durchaus ein „Begehen“ – für die Blattgruppen sind Fußtritte gar kein Problem. Man kann ihn nur durch Teilung vermehren.

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