Senf

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Wissenswertes rund um den Senf

Senf ist eines der ältesten Gewürze der kulinarischen Welt. Er dient zur Speisenverfeinerung aber auch der Bekömmlichkeit. Bereits die Ägypter, Griechen und Römer kannten den Senf als Würzpulver und nutzten ihn z.B. für das Konservieren von Fleisch und auch als Heilmittel. Angeblich setzten sie ihn gegen Läuse und Haarausfall ein, Senfwickel gegen Erkältungsbeschwerden und das Senfpflaster gegen Muskelverspannungen sind auch noch heute angewendete Hausmittel.

Heimisch wurde der Senf etwa im 10. Jahrhundert zuerst in Deutschland und Frankreich, die britische Kochkunst erreichte er im 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert kreierten vor allem die Franzosen, in der seitdem für ihren Senf bekannten Stadt Dijon, neue Senfmixturen.
Die Dijoner Spezialität bestand darin, Senf nicht mit Essig, sondern mit dem Saft unreifer Trauben oder mit Most anzusetzen. Daher stammt der Name – lat. mustum ardens – brennender Most. Daraus entstanden ist das französische Wort für Senf “Moutarde“, das engl. “Mustard“ und schließlich auch unser “Mostrich“ bzw. “Mostert“.

Die Senfpflanze blüht gelb, ähnlich wie Raps, allerdings im September, und gehört auch zur selben Familie, also botanisch zu den Kreuzblütlern. Er braucht ein gemäßigtes Klima – warm und trocken während der Reife. Man unterscheidet weiße oder gelbe von brauner oder schwarzer (dunkler) Senfsaat.
Die größten Anbaugebiete der braunen und gelben Senfsaat finden sich in Kanada und Osteuropa. Ursprünglich haben Köhler in Deutschland einmal Senf angebaut, um damit ihren Verdienst aufzubessern, aber mit den Köhlern verschwand auch der Senfanbau in unserer Region.
Geerntet wird der Senf, bevor die Schoten platzen, aber mit einer gewissen Reife. Danach werden sie getrocknet und anschließend gedroschen. Senfkörner finden sich auch heute noch bei eingelegten Gurken oder Mixed pickles. Manche Länder, wie Indien, verwenden auch das aus den Körnern gepresste Senföl, um darin etwas einzulegen.

Senf und Gesundheit
Senfkörner sind seit undenklicher Zeit in der Arzneikunst angewendet worden. Die ältesten Schriftsteller schreiben ihnen eine Menge Heilkräfte hinsichtlich des inneren wie auch des äußerlichen Gebrauchs zu.
Die moderne Ernährungswissenschaft hat inzwischen nachgewiesen, dass Senf schwere Speisen verdaulicher macht. Laut Forschungen soll Senf die Darmbewegung anregen und regulierend auf den Blutdruck wirken. Weiter wird ihm eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung nachgesagt.

Das „Senfbad“
Aus England kennen wir das Senfbad gegen Erkältung aus Zeiten der Königin Victoria.
Man schüttet eine große Tasse gelbes Senfmehl in die Badewanne (ca. 80 L). Das Senfmehl löst sich im Wasser auf. Das Senfbad wirkt stark durchblutungsfördernd und schweißtreibend bei einer Badezeit von höchstens 10 Minuten. Nach dem Bad soll man ruhen. Allerdings ist solch ein „Senfbad“ für „Unerfahrene“ eine große Belastung – wer sich mit der Wirkung von Senf noch nicht so gut auskennt, sollte besser erst einmal ein Fußbad ausprobieren. Dafür wird ein wenig Senfpulver ins warme Wasser gegeben und sorgt so rasch für warme Füße und vermehrte Durchblutung des ganzen Körpers. Auch hier gilt, nach dem Bad am besten hinlegen!

Der Bronchitis-Senfmehlwickel
Benötigtes Material:
Senfmehl 100-200g
Wasser
3 feine Tücher ca.40x40cm
2 große Tücher um die Brust- und Rückenpartie einwickeln zu können.

Zubereitung der Senfmehlkompressen:

Das gelbe Senfmehl mit 45°C heißem Wasser zu einem dickflüssigen Brei rühren und diesen anschließend messerdick in die Mitte der Tücher gestrichen. Die Tücher werden dann zu Senfpäckchen zusammengefaltet. Zwei Senfpäckchen werden auf den oberen Rücken, links und rechts von der Wirbelsäule gelegt, ein weiteres auf die Brust.
Brustwarzen und Achselhöhle sollten nicht durch die Säckchen berührt, bzw. durch Eincremen mit Vaseline geschützt werden. Die Senfpäckchen werden durch ein Zwischen- und Außentuch fixiert.
Einwirkungsdauer:
Nach einer Minute, drei Minuten und fünf Minuten wird kontrolliert, ob der Senf eine starke Reizung (Rötung) auf der Haut hinterlässt, dann muss der Senfwickel entfernt werden.
Ist die Haut nur leicht oder gar nicht gerötet, wird die Anwendung weitergeführt und kann bis zu 10 bis 15 Minuten gesteigert werden.

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