Schlehe

schlehe

Lat: Prunus spinosa, (Rosaceae, Rosengewächse) – Volksnamen: Schlehdorn, Schwarzdorn, Heckendorn, Hagedorn, Bockbeerli. Der deutsche Name Schlehe, verwandt mit dem altslawischen „sliva“, das sich noch im Slivovitz, dem Pflaumenschnaps wiederfindet, kommt aus dem althochdeutschen „sleha“. Die Früchte reifen im Oktober. Zunächst sind sie noch sehr sauer, auch haben sie einen hohen Gerbstoffgehalt. Wahrscheinlich ist die Schlehe die wilde Vorfahre unserer Pflaumen und Zwetschgen. Früher pflanzte man Schlehen als wehrhaften Zaun. Das wäre auch heute noch sinnvoll, denn eine Schlehenhecke bietet Schutz und Nahrung nicht nur für Menschen, sondern auch für Vögel und Schmetterlinge und andere zahllose Tierarten. Thujahecken erfüllen diesen Zweck nicht. Die einheimische Schlehe steht auf der Hitliste der Futtersträucher für Insekten ganz oben, genau auf Platz 3, gleich hinter der Salweide und dem Weißdorn. In der Summe finden 137 Kleinlebewesen im Schlehenbusch Nahrung, davon allein 73 Kleinschmet-terlinge. Auch 18 Wildbienenarten finden Gefallen an der Schlehe. An der heimischen Schlehe lässt sich auch gut zeigen, wie sich die Verwendung exotischer Gehölze im Vergleich zu ihrer heimischen Verwandtschaft auswirkt: Während bei der Schlehe 20 Vogelarten Nahrung finden, können mit dem beliebten exotischen Gehölz, dem immergrünen Kaukasus-Kirschlorbeer nur drei unserer Vogelarten was anfangen.

(Auszug aus dem Buch ‚Lebenselixiere aus Deutschland: wilde Pflanzen)

Schlehen sind wahrscheinlich das älteste Obstgehölz; dies wird durch Funde von Schlehenkernen in steinzeitlichen Anlagen belegt. Die Schlehenfrüchte sind als Grundlage für Wein und Likör sehr beliebt. Schlehenlikör hat eine wärmende und anregende Wirkung und eignet sich deshalb besonders für die Wintermonate. Der Kern der Frucht ist blausäurehaltig. Das klingt gefährlich, in Maßen genossen ist der Anteil jedoch unbedenklich. Schlehen wirken adstringierend (zusammenziehend), d. h. sie sind harntreibend, leicht abführend, entzündungshemmend und appetitanregend. Die innere Anwendung erfolgt bei Erkältungen, Appetitmangel und in Zeiten der Rekonvaleszenz, also das richtige für den körperlichen ‚Frühjahrsputz’. siehe hierzu auch unser Rezept: Schlehenlikör`‚Hexenschreck‘

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