Eberesche sorbus aucuparia (Rosaceae)

ebersche

Volksnamen: Vogelbeere, Wilde Vogelbeere, Aberesche, Eberbaum, Drosselbeere, Drachenbaum, Aressel, Eschrösel
Inhaltsstoffe/Wirkstoffe: Vitamin C, Provitamin A, organische Säuren z. B. Parasorbinsäuren, Gerbstoff, etwas ätherisches Öl

Schon Karl der Große empfahl den Anbau von Ebereschen um Tee aus Blüten und Früchten, die Blätter für Viehfutter und die Rinde zum Gerben zu benutzen.
Die Beeren enthalten mehr Vitamin C als Zitronen, Mus und Marmeladen wirken appetitanregend und der Tee aus getrockneten Beeren soll Nieren- u. Blasenfunktion unterstützen. Die Eberesche war der Baum des Jahres 1997. Sie gehört zur Familie der Rosengewächse und ist ein Baum für arme Böden, der auch Kälte verträgt. Sie ist zäh gegenüber wechselnder Witterung und äußerst anspruchslos.
Die Eberesche blüht von Mai bis Juli und die Scheinfrüchte erinnern an kleine Beeren, sind aber streng genommen Miniatur-Apfelfrüchte. Sie reifen im August.
Die Früchte und Blätter dienen rund 60 Vogel-, 40 Insekten- und 30 Säugetierarten als Nahrungsquelle. Die Eberesche galt in vorchristlicher Zeit als Schutzbaum gegen Blitzeinschläge, Hexen und Drachen. Daher auch der Name (am Niederrhein) „Drachenbaum“.
Im englischen Wort für Eberesche „rowan“ steckt das alte Wort für „Rune“, das bedeutet soviel wie „geheim“. Die Priester der Kelten, die Druiden, stellten ihren Zauberstab aus Ebereschenholz her.
Viele Sagen berichten auch vom „Blutbaum“. Blutbäume sollen aus dem Blut unschuldig hingerichteter Menschen entstanden sein. Mit dem Blut wanderte die Seele des Verstorbenen in den Baum.
Besonders in Süddeutschland gelten viele Vogelbeeren im Herbst als Vorzeichen für einen harten, schneereichen Winter, gleichzeitig aber auch eine gute Getreideernte.
Bei den Germanen war die Eberesche dem Thor heilig. Thor konnte sich aus einem reißenden Strom dadurch retten, dass er eine Eberesche erfasste. Die Eberesche wird auch mit dem Gott des Blitzes in Verbindung gebacht. Ernte: Die Früchte werden im Spätsommer bis in den Herbst gesammelt. Sie schmecken roh wg. ihres hohen Gehalts an Parasorbinsäure unangenehm herb und sind so nicht zum Verzehr geeignet. Beim Genuss von größeren Mengen können sogar Magen- u. Darmbeschwerden auftreten. Doch die Versuchung soviel zu essen, ist nicht sehr groß, da die Beeren sehr bitter schmecken.
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