Die Mispel

Mispel Die Mispel bzw. Deutsche Mispel, auch Echte Mispel, Nispel, Aschperln, Asperl, Dörrlitzen, Dürgen, Dürrlitzen, Hespelein, Hundsärsch, Mispelche oder Nespoli genannt, … gehört zur Familie der Rosaceaen, der Rosengewächse, ebenso wie die meisten Obstgehölze und Rosen mit fünf Blütenblättchen. Die heutige Verbreitung in Mitteleuropa geht meist auf die Verwilderungen der früher häufig angebauten Kulturmispeln zurück. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Vorderasien und gelangte über Griechenland etwa um Christi Geburt über Italien nach Deutschland. Insbesondere im Rheinland ist sie als „Kulturfolger“ der Römer anzutreffen. Sie geriet in den letzten Jahrzehnten als Kulturpflanze fast völlig in Vergessenheit. Sie kommt heute in allen wärmeren Lagen Süd- und Westdeutschlands vor, ist aber selten geworden. Im Einzelstand kann sie in Weinbaulagen baumartig bis zehn Meter hoch wachsen, im Wald und in wintertrockenen Lagen wächst sie bei einer Höhe von etwa drei Metern eher in die Breite. Die Früchte der Mispel sind rund und etwa 5cm groß. Während der Reifezeit verfärben sie sich von grüngelb nach rostbraun. An der Spitze der Mispel findet man fünf deutlich erkennbare Kelchblätter, die vertrocknen wenn die Mispel reif ist und dann kronenartig abstehen. Mispeln werden erst genießbar, wenn die ersten Nachtfröste ins Land gezogen sind oder nach längerer Lagerung. Dabei wird die Gerbsäure in den Mispeln abgebaut und die steinharten bitter-herben Früchte werden weich und schmecken aromatisch-fruchtig und musartig, oft mit einem leichten alkoholischen Geschmack, der an Wein erinnert. Reife Mispeln haben dunkelbraunes, cremiges Fruchtfleisch um 2-3 Kerne. Die Schale lässt sich leicht abziehen. Mispeln können roh gegessen werden, sie werden aber meistens zu Schnaps, Marmelade, Kompott, Kuchen oder Likör verarbeiten. Aus den getrockneten Schalen lässt sich ein Tee zubereiten. Mispeln haben einen hohen Anteil an Gerbsäure und wurden daher häufig Wein und Most zugesetzt, um diese länger haltbar zu machen. Mispeln kommen bei uns praktisch nicht mehr in den Handel, sie sind aber in einigen Mittelmeerregionen als Winterobst sehr beliebt. Saison für Mispeln ist etwa November bis Mitte Januar. 100 g Mispeln enthalten ca. 94 kcal, sie sind reich an Vitamin C. Verwendung:  -Rezepte in unserer Rezeptabteilung- für Saft, Gelee, Konfitüre, Marmelade, Mehlgewinnung oder Kompott. Mispel-Marmelade gelingt ebenso wie Gelee gemeinsam mit Äpfeln besonders gut. Die Gerbstoffe wirken konservierend. Ihre bekannteste Verwendung ist deshalb neben dem Rohverzehr der Zusatz zu Wein oder Most, besonders zu Apfelwein, Likör und auch Obstbrand. außerdem: aufgrund ihrer harntreibenden und adstringierenden Wirkung wurden die Früchte volksmedizinisch eingesetzt. Neben den Früchten enthalten auch Rinde und Blätter Gerbstoffe, die früher folglich zum Gerben, aber auch gegen Blutungen, Nierensteine und im Gurgelwasser gegen Halsleiden Verwendung fanden. Das gelbliche Holz ist hart und zäh, wegen der Maserung wird es für Drechslerarbeiten geschätzt. „Das Holtz wird gebraucht zu den Jägerspiessen und Geisslen; man macht auch darauss Bengel und Knüttel zum fechten und kämpffen, die sind auch gut, den bösen Weibern damit die Lenden zu schmieren“, heißt es in einer alten Quelle. Die Mispel kann bei uns „nur“ als Kulturrelikt gelten, sie ist also nicht heimisch. Sie wird heute kaum noch gezielt kultiviert und vermehrt sich wild weitgehend über Wurzelbrut. In den Wäldern ist die Mispel an vielen Standorten durch die forstliche Dominanz der Buche verdrängt worden. Außerhalb des Waldes können Pflanzenliebhaber mit der Pflanzung von Mispeln in Gärten oder Obstanlagen zum Erhalt beitragen.

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Quellen: www.gartenakademie.rlp.de; de.wikipedia.org/wiki/Mispel; www.chefkoch.de; Obst- und Gartenbauverein Obernburg am Main / Impressum